Leiharbeit

Ein Leiharbeitsverhältnis liegt vor, wenn ein Arbeitgeber (Verleiher) einen Arbeitnehmer einstellt und ihn zur Leistung von Diensten an einen Dritten (Entleiher) abgibt. Das Leiharbeitsverhältnis hat aus betriebswirtschaftlicher Sicht des Entleiherbetriebs den Vorteil, dass eine Arbeitskraft kurzfristig und ohne langfristige Bindung an den Betrieb zur Verfügung steht.

Ein echtes Leiharbeitsverhältnis liegt vor, wenn der Verleiher den Arbeitnehmer nur vorübergehend ausleiht; ein unechtes Leiharbeitsverhältnis (Arbeitnehmerüberlassungsvertrag) liegt vor, wenn der Arbeitnehmer zum Zwecke der Ausleihe eingestellt und gewerbsmäßig an Dritte ausgeliehen wird.

Das echte Leiharbeitsverhältnis ist dadurch gekennzeichnet, dass der Leiharbeiter überwiegend im Betrieb des Verleihers tätig wird und nur gelegentlich bei Ausfall von Arbeitskräften oder vorübergehendem Bedarf im Betrieb des Entleihers aushilft. Der Verleiher bleibt in jedem Fall Arbeitgeber, und es finden die allgemeinen arbeitsrechtlichen Vorschriften Anwendung.

Beispiel:

Zwei Pflegeeinrichtungen vereinbaren, sich bei dringenden Einsätzen während Urlaubs- oder Krankheitszeiten gegenseitig mit Personal auszuhelfen.

 Für das unechte Leiharbeitsverhältnis ist typisch, dass ein Leiharbeitgeber seine Arbeitnehmer gewerbsmäßig ausleiht.

 Beispiel

Lehmann verfügt über gute Kontakte zur gewerblichen Wirtschaft. Er gründet daher die Firma „Zeitarbeit GmbH“ und schließt als Geschäftsführer Leiharbeitsverträge mit Schreibkräften, Kraftfahrern und Reinigungskräften ab. Diese verleiht er dann für einige Tage oder Wochen an verschiedene Unternehmen.

 Zur Regelung der unechten Leiharbeit, die Tendenzen zur Arbeitskräftevermittlung aufweist, wurde 1972 ein eigenständiges Gesetzt geschaffen.

 Die Rechtsanwaltskanzlei Erb berät Sie u. a. zu allen Fragen, welche Rechte und Pflichten sich aus dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz für die Vertragsparteien ergeben. Wann ist ggf. ein direktes Arbeitsverhältnis zwischen Entleiher und Leiharbeitnehmern entstanden?